Dieser Problematik versuchen Mitarbeiter, beispielsweise aus dem Bereich der Instandhaltung, mit mehr oder weniger Erfolg durch verschiedene Maßnahmen und Geräteinstallationen zu begegnen. Der Belastung des Kühlwassers durch Bakterien, Viren, Algen und Pilze versucht man üblicherweise mit Zudosierung von Chemikalien Herr zu werden, meist durch Zugabe von Biozid. Abgesehen von der problematischen Handhabung, entstehen durch den Kauf solcher Chemikalien, erforderlicher Sicherungsmaßnahmen und Personaleinsatz für das Handling erhebliche Kosten. Ein nachhaltiger Erfolg stellt sich jedoch nur selten ein. Darüber hinaus bleibt das Problem der Belastung durch Feststoffpartikel erhalten, vom schnell absetzbaren Grob- bis zum dispergierenden Feinstkorn.
Wie begegnet man dieser Problematik, ohne komplizierte Einzelverfahren aneinanderzureihen oder den Chemieeinsatz völlig ins Kraut schießen zu lassen? Mit der neu entwickelten Systemtechnik »AquaClean« von ONI wurde ein völlig neuer Systemansatz und letztendlich ein effizienter Lösungsweg gefunden. In einem Steckbrief zusammengefasst, beschreibt sich die Technologie als systemisch aufgebaute Gerätekombination. Messstrecken für Leitfähigkeit, pH-Wert, Redoxspannung und Volumenstrom in Verbindung mit einem Hochleistungsrechner liefern die lnformationen, die für die stufenweise Kühlwasserbehandlung notwendig sind. Die eigentliche Wasserbehandlung erfolgt dann über verschiedene Filtereinheiten sowie einen nachgeschalteten, eigensicheren Ozonreaktor. Eine Pumpeneinheit versorgt das »AquaClean«-System kühlwassernetzunabhängig mit einer definierten Wassermenge und die integrierte Hebeanlage sorgt für die Ableitung von Rückspülwassermengen – auch in Kellerbereichen, die nicht über eine eigene Abwassereinleitstelle verfügen.
Mehrstufige Filtration
Grundlage für die höchstmögliche Wasserqualität ist eine möglichst geringe Konzentration an Feststoffpartikeln und eine niedrige Beladung mit Biologie in den unterschiedlichsten Gattungen. Hintergrund sind die verschiedenen Wirkmechanismen dieser lnhaltsstoffe, wie Korrosion in Form von Lochfraß oder die Behinderung der Wärmeübertragung durch Biofilme, die durch Feststoffpartikel angereichert werden.
Um hier ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, wurde das »AquaClean«-System mit einem mehrstufigen Filtersystem ausgerüstet. Die Kombination von mehreren Filtereinheiten, bestehend aus einem rückspülbaren AFM-Filter und einem nachgeschalteten, ebenfalls rückspülbaren UltraFeinstfilter mit einer Filterleistung bis 0,02 μm, sorgt für eine massive Reduzierung von Feststoff partikeln sowie Bakterien und Viren. Damit werden dem im Netz vorhandenen Biorasen eine wesentliche Lebensgrundlage entzogen und schädliche, biologische Beladungen aus dem fließenden Kühlwasser entfernt. Um eine möglichst gleichbleibende Beaufschlagung der Filtereinheiten sicherzustellen und darüber hinaus die Druckdifferenz aus Leitungssystem und nachgelagerten Bauelementen zu überbrücken, wurde eine Pumpeneinheit integriert. Damit ist das System völlig unabhängig von der zentralen Kühlwasserversorgung und ruft von dort keine zusätzlichen Förderhöhenreserven ab.
Zur Bekämpfung biologischer Belastungen des Gesamtsystems wird eine eigensichere Ozonierungsanlage eingesetzt, die dem Filtersystem nachgeschaltet ist. Das hochreaktive Ozon sorgt in kürzester Zeit nicht nur für die Bekämpfung von biologischen Inhalten, sondern auch gleichzeitig für die Oxidation gelöster Metalle. Die entstandenen Oxidationsprodukte werden anschließend durch die Ultrafiltration aus dem Wasser entfernt. Durch diesen Effekt wird die Korrosivität des Kühlwassers deutlich herabgesetzt, wodurch der Einsatz von Korrosionsschutzmitteln entsprechend reduziert werden kann. Praxiserfahrungen zeigen, dass nach einer Betriebszeit des Systems von drei bis vier Wochen – selbst bei ausgedehnten Netzstrukturen – die Bakterienbelastung um bis zu 99,9 Prozent reduziert wird. In nahezu gleichem Umfang werden alle anderen biologischen Belastungen abgebaut.