Oni-Chef Wolfgang Oehm feierte seinen 80. Geburtstag mit vielen Gästen und den Mitarbeitern des Energie-Optimierers - Ans Aufhören verschwendet der Firmen-Chef keinen Gedanken.

Das war schon gewagt: Nicht, dass ein Mann 1983 den Schritt in die Selbständigkeit wagte. Das taten andere auch. Doch das Segment, in dem er hoffte, technische Lösungen zu präsentieren, die viele Kunden überzeugten, klang vor 36 Jahren eher exotisch. Wärmerückgewinnung - wer das damals unfallfrei buchstabieren konnte, war schon weit vorne. Wolfgang Oehm wollte damals mehr - und nicht nur damals. Auf 60 Quadratmetern in einer Garage und mit drei Mitarbeitern startete das zweite Abenteuer Oni. Das erste hatte Oehm schon einige Jahre zuvor hinter sich gebracht. Als Sauerländer wechselte er die Seiten und schlug seine Zelte als Betriebsleiter bei einer Firma im westlichen Oberbergischen auf. Und heute ist der Mann, der vor wenigen Wochen 80 Jahre alt wurde, immer noch im Rheinland zuhause.

In den vergangenen 35 Jahren hat er ein prosperierendes Unternehmen aufgebaut, in dem derzeit mehr als 460 Mitarbeiter weltweit 5.400 Kunden mit energieoptimierten Anlagen beliefert. Am Freitagnachmittag hatte Wolfgang Oehm (Bild) seine Mitarbeiter, die Familie und viele Gäste zum Betriebsfest und der Nachfeier seines runden Geburtstages eingeladen. Und Landrat Jochen Hagt brachte es auf den Punkt: Mit Oni-Technik würden jedes Jahr 5,5 Milliarden Kilogramm CO2 eingespart. "Klimaschutz, das geht nicht durch Verbote, sondern über intelligente Ingenieurleistungen - so wie bei Wolfgang Oehm."

Zahlreiche Gratulanten würdigten den Unternehmer, aber auch den Menschen Wolfgang Oehm, der seine Arbeit an der Spitze einer international operierenden Firma immer auch sozial interpretierte. 50 Flüchtlingen finanzierte er Sprachkurse, einem Teil von Ihnen ermöglichte er die Ausbildung bei Oni, allen anderen verschaffte er durch seine Beziehungen Arbeitsstellen. Ältere Mitarbeiter wertschätzt er wegen ihrer Erfahrung, die mehr als 40 Auszubildenden fordert und fördert er. Oehm fühlt sich verantwortlich, will junge Menschen "in die Spur bringen". Sind die Noten während der Ausbildung verbesserungsbedürftig, bittet der Chef zum Rapport. Mister Oni kennt alles und jeden in seinem Unternehmen, der Gang durch die Werkhallen gehört zur Routine. Immer das Ohr bei den Mitarbeitern, immer Zeit für ein Schwätzchen und immer Platz für ein Lächeln in seinem Gesicht.

Jetzt ist Wolfgang Oehm 80 Jahre alt - und denkt überhaupt nichts ans Aufhören. Wer ihm mit Rente kommt, der weckt die Angriffslust in dem Energieeinsparungs-Pionier. Er will nicht in der ersten Zuschauerreihe sitzen, sondern auf der Bühne mitmischen - weil er so leidenschaftlich gerne arbeitet. Und gegen seine Erfahrung, sein Verhandlungsgeschick und das Gespür für die richtigen Worte sieht manch Jüngerer manchmal alt aus. Wenn die Verhandlungen mit einem Kunden Spitz auf Knopf stünden, müsse Oehm immer wieder ran und den Karren ziehen, raunt man sich bei den Oni-Mitarbeitern zu.

Zwei landsmannschaftliche Komponenten haben sich bei Oehm zusammengefügt. Die westfälische Dickköpfigkeit und eine gewisse rheinische Leichtigkeit hat er gewinnbringend für sich zu nutzen gewusst.

44 Preise für seine Arbeit und seine soziale Verantwortung hat Oehm bereits erhalten. Immer betont er, dass er diese Auszeichnungen nur stellvertretend für seine Mitarbeiter entgegennehme, denn die trügen mit ihrem Know-how und ihrer Leistungsbereitschaft zum Erfolg von Oni wesentlich bei. Am Freitag kam Preis Nummer 45 hinzu, den erhielt Oehm diesmal von der Oskar-Patzelt-Stiftung für sein Lebenswerk. Ganz besonders freute er sich aber über die Kühlanlage im Format 1:10, die ihm seine Auszubildenden zum Geburtstag schenkten. "Das ist einfach nur fantastisch. Die Kühlanlage bekommt bei mir einen Ehrenplatz", freute sich Wolfgang Oehm.

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